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Dress for success (and sex): Kleiderregeln für niveauvolle Dates

Wie du kommst gegangen, so wirst du empfangen – sagt der Volksmund schon seit Jahrhunderten. Auch heute gilt dies. Und gerade bei Dates muss besonders viel Feingefühl in das richtige Outfit eines Gentlemans gelegt werden. Denn hier geht es um einen ersten Eindruck, der ähnlich wichtig ist wie der eines Vorstellungsgesprächs.

Hinzu kommt außerdem, dass auch ein Date auf gehobenem Niveau häufig die Chance beinhaltet, dass zu seinem Ende die Hüllen fallen, um etwas mehr ungefilterten Körperkontakt zu gestatten. Das macht die Kleiderwahl nicht gerade einfach, aber absolut handlebar.

1. Wohlfühlen als oberstes Credo

Ein Sakko, auf dessen Schild das englischsprachige Wort für Vorgesetzter steht; eine dunkle Edeljeans aus Japan; ein Polohemd mit Krokodil: All das wird von vielen als probate Kleidung für Dates angesehen. Stimmt aber nicht, zumindest nicht ohne Wenn und Aber.

Denn die wichtigste Kleiderregel für solche Anlässe ist, dass man sich wohlfühlen muss. Das gilt sowohl für den Schnitt wie die Farbgebung und (in gewissen Grenzen) das Niveau des Outfits hinsichtlich der Date-Umgebung. Denn wer sich wohl in seinem Zwirn fühlt, bekommt das richtige Mindset, womit wiederum ein natürliches und entspanntes Verhalten einhergeht – und somit die Chance, sich ganz unangestrengt von seiner besten Seite zu zeigen.

2. Dem Anlass entsprechend leicht overdressed

Jedes mögliche Date-Umfeld hat seine Dresscodes. Dinge, die sich dazu gut tragen lassen und solche, die dort nicht tragbar sind. Dabei gilt immer, dass es deutlich negativer ist, under- anstatt overdressed zu sein.

Jedoch hat auch ein zu feiner Look seine Grenzen. Wer etwa zum zwanglosen Brunch-Date auf der Seeterrasse im Stresemann erscheint, hat die positiven Grenzen des Overdressings deutlich überschritten. Hier wäre ein gutgeschnittenes Polohemd mit farblich passender Stoffhose (Stichwort Casual) deutlich besser.

Ein echter Gentleman eruiert die Art des Dates und recherchiert die richtige Kleidung – da es zwischen gehobenem Restaurant und Opernbesuch so viele Optionen gibt, würde die Auflistung aller denkbaren Outfits den Rahmen dieses Textes bei Weitem sprengen; wir sprechen von nicht weniger als neun Dresscodes:

  • Casual (Elegante Freizeitkleidung: (Polo-)Hemd, Edeljeans oder Stoffhose)
  • Smart Casual (Casual ergänzt um Sakko)
  • Business Casual (Anzug ohne Krawatte, niemals mit Jeans)
  • Day Informal (Dunkler Anzug mit Krawatte)
  • Semi-Formal (Dunkler Anzug mit Krawatte und Weste)
  • Business (Anzug mit hellem Hemd und passender Weste; edler als Day Informal und Semi-Formal)
  • Cut/Morning Dress/Stresemann (Frack-artige Jacke, dunkelgraue Weste, gestreifte Hose, nur bis 17 Uhr tragbar)
  • Smoking/Black Tie (Smoking mit schwarzer Fliege)
  • Frack/White Tie (Frack mit weißer Fliege)

Für die letzten drei Outfits gibt es selbst bei gehobenen Dates kaum Gelegenheiten, zu denen sie passen würden. Die anderen Outfits haben jedoch unbedingt eine Daseinsberechtigung.

Dann besteht der Trick darin, den Look ein wenig zu optimieren – Kent-Kragen statt Button-Down; Stoffhose statt Jeans. Nur ein wenig, aber genug, damit die Dame erkennt, dass hier jemand etwas mehr zu geben gewillt ist.

3. Mit männlichem Schmuck

Wie viel und welchen Schmuck sollte ein Mann tragen? Eine sicherlich zeitgeistabhängige Frage. Bei einem gehobenen Date gilt jedoch nur eine Antwort: Ein Gentleman handelt an diesem Punkt zeitlos. Und wirklich zeitlos sind nur zwei Schmuckstücke:

  • Ein Fingerring – in diesem speziellen Fall aber an keinem der beiden Ringfinger.
  • Eine Armbanduhr. Allerdings ausschließlich in analoger Form mit Zeigern. Keine Digitaluhr, keine Smartwatch. Und unterhalb eines Stresemann-Umfeldes auch keine Taschenuhr. Das wirkt bei vielen anderen Outfits unpassend. Armbänder: Metall, Leder oder ein geschmackvolles NATO/ZULU-Band (welches nicht zuletzt von James Bond getragen wurde).

Vielleicht, nur vielleicht kann eine Halskette getragen werden. Jedoch nur, wenn sie silberfarbig ist und weitgehend unter der Kleidung verborgen bleibt.

4. Frisch, aber nicht frühlingsfrisch; neu, aber nicht ungetragen

Ein anstehendes Date ist sicher ein probater Anlass, seinen Garderobeninhalt einem Update zu unterziehen. Wenn dies jedoch ohne weitere Handlungen getan wird, besteht das große Risiko, dass der erste Tipp dieses Textes missachtet wird. Es gilt deshalb folgendes:

  • Die Kleidung beim Date sollte mindestens einmal über einen längeren Zeitraum getragen worden sein. Nur so ist bekannt, ob sie dauerhaft bequem ist und von guter Qualität.
  • Die Stücke sollten beim Date unbedingt das erste Mal nach einer Reinigung getragen werden. Geschulte Damenaugen erkennen es, wenn Kleidung zuvor schon einen Einsatz erlebte.
  • Idealerweise werden die Sachen vor dem Rendezvous zweimal gewaschen: Einmal mit und danach ohne Waschmittel. Das verhindert, dass dessen Gerüche eine womöglich unangenehme Duftkombination mit dem Aftershave ergeben.

Ähnliches gilt auch für das Schuhwerk. Dies sollte bei Lederschuhen allerdings länger eingetragen werden. Und immer sollten die Stücke unmittelbar vor dem Date sorgfältig poliert werden.

5. Die Unterwäsche nicht vergessen

Nein, damit soll nicht gemeint sein, dass ein Gentleman trotz Nervosität an seine Unterhosen denken soll, sondern, dass er sein „Undergarment“ als wichtigen Teil des Gesamt-Outfits begreifen sollte. Es mag vielleicht nicht unbedingt zum Sex kommen. Und wenn, dann wird die Unterwäsche wahrscheinlich nur für kurze Zeit sichtbar bleiben, bevor sie dem Adams-Kostüm weicht.

Dennoch zählt für den Gentleman, dass sein Outfit nirgendwo Lücken zeigt. Grundsätzlich gelten hier zwei wichtige Regeln:

  • Die Stücke sollten unbedingt bequem sein. Wenn die Unterwäsche kneift, bringt die komfortabelste Oberbekleidung nichts.
  • Bitte nichts aus den Kategorien Lustig und Sexy. Keine Frau möchte bei diesem ersten Mal Cartoon-Boxershorts oder Männer-Strings sehen.

Bedeutet dies Feinripp? Nein, sicherlich nicht. Wir sprechen von Slips (ohne Bein) sowie anliegenden Retro-Shorts. Sofern die Oberbekleidung nicht sehr dünn und hell ist, empfiehlt sich die Farbe Schwarz. Dies zumindest dann, wenn die Unterhose neben den Socken das einzige Unterwäschestück darstellt.

Was das Unterhemd anbelangt, handelt es sich um eine Glaubensfrage. Wer normalerweise keines trägt, sollte auch beim Date keines tragen. Umgekehrt gilt, dass das Unterhemd nicht durch das Oberhemd durchscheinen sollte. Und da es dieselbe Farbe wie die Unterhose haben sollte, ist Weiß oft die einzig logische Wahl – wenngleich sich glatter Stoff empfiehlt, nicht der sehr altbacken wirkende Rippstoff.

Dafür ist die Vorgehensweise bei den Socken deutlich leichter: Sie sollten die Knöchel bedecken und farblich zur Hose passen, jedoch einige Nuancen dunkler sein (beispielsweise dunkelgraue Stoffhose mit anthrazitfarbenen Socken).

6. Ein Wort zu den Haaren – allen Haaren

Sich vor dem Date zum Friseur zu begeben, ist grundsätzlich eine gute Idee. Doch auch was die Haare anbelangt, sollten einige Tipps beherzigt werden:

  • Zwischen Friseurbesuch und Date sollte eine Dusche liegen, damit garantiert keine abgeschnittenen Haare stören.
  • Keine Experimente, sondern die übliche Frisur – auch weil bei ihr bekannt ist, wie sie zu stylen ist.
  • Glattrasiert ist erlaubt, Bart ist erlaubt. Stoppeln jedoch kratzen eine Dame schon beim ersten Kuss enorm im Gesicht – von anderen Körperregionen ganz zu schweigen.
  • Entfernung der Körper- bzw. Intimbehaarung nur dann, wenn dies zum üblichen Pflegeritual gehört. Bis die Haut sich hieran gewöhnt hat, vergehen mehrere Anwendungen. Bis dahin drohen Rötungen, Pickel und andere Unschönheiten, die das Date sicherlich nicht sehen soll.

Was das Thema Hut anbelangt, ist enorme Vorsicht geboten. Wir leben längst in einer Zeit, in der der Herrenhut zu praktisch keinem Dresscode mehr dazugehört und bei einigen auch keinen Raum mehr hat. Abermals: Wer normalerweise keinen trägt, sollte zum Rendezvous nicht damit anfangen.

Wenn es jedoch sein muss, sollte die Kopfbedeckung äußerst behutsam auf das Outfit abgestimmt werden; dies gilt sowohl farblich wie in Sachen Schnitt. Die besten Optionen sind der Fedora sowie sein mit schmalerer Krempe versehener Verwandter, der Trilby. Niemals sollte der Hut von geringerer Qualität als das restliche Outfit sein. Dies kann durchaus nicht nur einen Gang zum Herrenausstatter, sondern auch Hutgeschäft bedeuten – ein gehobenes Date sollte dies wert sein.